Wacker Nordhausen und die rechte Szene

Die Antifaschist*innen der Nordhäuser linksjugend haben da einen recht interessanten Artikel veröffentlicht:

http://solidnordhausen.blogsport.de/2017/08/31/wacker-nordhausen-und-die-rechte-szene/

Die Fanszene des Regionalligisten des FSV Wacker Nordhausen gilt schon seit langem deutschlandweit als zumindest rechtsoffen. In der Vergangenheit bewiesen die Anhänger der ehemaligen Wackerfront des Öfteren ihre antisemitische Haltung, etwa bei Auswärtspartien des Carl Zeiss Jena. Bereits 2012 berichtet die Zeit über „[…]eine militante und teils extrem rechte Hooliganszene[…]“ in Nordhausen.[1] Ob nun ehemals NDH-City, später die „Wackerfront“ oder die heutigen „Ultras Nordhausen“, alle Gruppierungen weisen mehrere Verbindungen zur Nordhäuser rechtsradikalen Szene auf. Von Seiten des Vereins schien diese Problematik bisher stets ignoriert worden zu sein, so spielte auch Präsident Nico Kleofas bereits 2012 die Probleme mit der offen rechten Fanszene in einer Podiumsdiskussion herunter.[2] Auch gemeinsame Fotos von Verein, Mannschaft und der rechten Fanszene vor einem Banner der Ultra- und Hooligangruppierung waren in der Vergangenheit keine Seltenheit. Zwar wurde es in den folgenden Jahren ruhiger um die politische Gesinnung der Fanszene, was sicherlich auch dem fast vollständigen Zusammenbruch einer strukturierten Ultragruppierung geschuldet war, doch sollte das nicht lange so bleiben. Bereits in der Saison 2015/2016 hängten Mitglieder der „Ultras Nordhausen“ im Heimspiel gegen den SV Babelsberg, dessen Fanszene der politisch Linken zugeordneten wird, ein Banner „Antifa halt’s Maul“. Reaktion des Vereins? Keine! Und auch ganz aktuell zeigt sich die Verstrickung von Ultras Nordhausen, rechter Szene Nordhausen und dem Fußballverein. So wird auf der offiziellen Facebookseite des Regionalligisten eine Spendenübergabe der Ultras Nordhausen angepriesen.[3] Szenekundige Menschen dürften bei dem Bild jedoch sofort gestutzt haben. So ist dort in Mitten der Übergabe kein Geringerer als der Nordhäuser Maximilian H. zu erkennen. H. wird von Beobachter*innen der Nordhäuser rechtsradikalen Szene generell dieser zugeordnet[4]. So ist er oftmals im direkten Umfeld von Mitglieder der verfassungsfeindlichen NPD Nordhausen zu sehen oder aber als Teilnehmer mehrerer Demonstrationen rechtsradikaler Organisationen wie etwa der durch den Thüringer Verfassungsschutz beobachteten und als rechtsextrem eingestuften Volksbewegung Nordthüringen. Dass dieser Schnappschuss kein Zufall ist, zeigen andere Aufnahmen von Spielen des FSV Wacker Nordhausen, wo H. des Öfteren als Capo, also eine Art akustischer Anheizer, zu sehen ist. Auch hier wartet man vergeblich auf eine Reaktion seitens des Sportvereins. Gerade auch, weil sich Wacker Nordhausen mit der Namensgebung ihrer Heimspielstätte auch einem historischen Kontext verpflichtet hat. So war Albert Kuntz ein deutscher Politiker der KPD und Gegner des NS-Regimes, dessen Leben ihm im damaligen Konzentrationslager Mittelbau-Dora auf grausame Weise genommen wurde. Wir verurteilen diese erschreckende Klüngelei und Toleranz gegenüber der rechten bis rechtsradikalen Szene im eigenen Fanblock und zeigen uns entsetzt ob des massiven Affronts gegenüber den Idealen und Leiden des Albert Kuntz.

[1] http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2012/12/17/thuringens-tiefbraune-fusballfans_10859.
[2] Ebd.
[3]https://www.facebook.com/wackernordhausen/photos/a.256967277662108.83383.223905864301583/2030686496956835/?type=3&theater.
[4] https://thueringenrechtsaussen.wordpress.com/2016/02/17/die-neonazi-szene-in-nordhausen-teil-2/

Die Neonazi-Szene in Nordhausen

Unsere KollegenInnen von https://thueringenrechtsaussen.wordpress.com haben nun Ihren Teil 2 der Recherche über die Neonazisszene in Nordhausen Online gestellt.

Ende November berichteten wir bereits über die Umstrukturierung der Neonazi-Szene in Nordhausen. Da nun weitere Aktionen der Szene folgten, setzen wir unsere Bestandsaufnahme zur aktuellen personellen Zusammensetzung der Szene fort.

Neben den neuen Akteuren, die sich als Front-Figuren der neonazistischen „Volksbewegung Nordthüringen“ hergeben, standen im letzten Artikel besonders Alexander Lindemann und Dennis Witzenhause im Fokus. Am 29. Januar 2016 fand nun in der „Friedenseiche“ in Nordhausen im Stadtteil Salza ein weiteres Treffen der „Volksbewegung“ statt. Laut Polizeiangaben nahmen ca. 45 Personen an dem Treffen teil. Wie der MDR berichtet, ging das Auto eines Teilnehmers während der Veranstaltung in Flammen auf. Wie interne Korrespondenzen der Szene zeigen, wurde die Veranstaltung erneut von der lokalen Neonazi-Szene organisiert, welche früher als „Aktionsgruppe Nordhausen“ auftrat und sich in den letzten Monaten immer weiter unter dem Label der „Europäischen Aktion“ sammelt. Dabei auch Funktionäre, die bereits vor einigen Jahren in der Neonazi-Szene aktiv waren, sich aber in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen zurückhielten.

Rückert am 1. Mai 2015 in Saalfeld

Rückert am 1. Mai 2015 in Saalfeld

Der Kern der Szene – Teil 2
rueckertthueringerallgemeine Neben den bereits benannten Neonazis Dennis Witzenhause und Alexander Lindemann gehört ein harter Kern von rund 10 weiteren Neonazis zur Szene in Nordhausen. Schon mindestens seit einem halben Jahrzehnt aktiv ist dabei der Neonazi Steven Rückert. Rückert stammt aus Mauderode und arbeitet bei der Firma Hoch- und Holzbau in Ellrich. Im November 2013 schaffte es der Neonazi sogar zu lokalem Lob, als er für eine Restaurierung auch in der Thüringer Allgemeinen erwähnt wurde. Rückert nahm in der Vergangenheit an zahlreichen Neonazi-Veranstaltungen teil. So gehört er seit mindestens 2011 zum festen Kern der Neonazi-Szene. An den zahlreichen geschichtsrevisionistischen „Gedenkveranstaltungen“ der Szene vor Ort nahm er ebenso teil wie an bundesweiten Aufmärschen wie in Magdeburg 2014.

Rückert ganz links mit der Fahne der „Europäischen Aktion

Rückert ganz links mit der Fahne der „Europäischen Aktion

Schröter im Viereck markiert auf der Demo am 1. Mai 2015 in Saalfeld

Schröter im Viereck markiert auf der Demo am 1. Mai 2015 in Saalfeld

Antisemitische Parolen von Schröter auf Facebook

Antisemitische Parolen von Schröter auf Facebook

Im Sommer 2014 gehörte er außerdem zum Ordner-Team des Neonazi-Musik-Festivals „In.Bewegung“ von Patrick Weber in Sondershausen. Kaum einen Monat später reiste Rückert mit anderen Neonazis zum Holocaust-Leugner-Treffen nach Gutmannshausen. Im vergangenen Jahr nahm Rückert unter anderem am Neonazi-Aufmarsch der Partei der „III. Weg“ in Saalfeld teil, bei der es zu schweren Gewalttaten und Ausschreitungen kam. Ein weiterer Neonazi, welcher fest in der Szene integriert ist, ist der 1993 geborene Christopher-Lee Schröter. Schröter ist sowohl in der Neonazi-Szene in Nordhausen unterwegs als auch in der Fußball-Fan-Gruppierung „Wackerfront“ beteiligt und gehört seit rund einem halben Jahrzehnt zu beiden Gruppierungen in Nordhausen. So berichtete sogar der Störungsmelder bereits über diese Überschneidungen. Der Neonazi pflegt ein Weltbild aus Neonazismus mit starkem Antisemitismus und einem oberflächlichen und intellektuell wenig anspruchsvollem „Nationalen Sozialismus“. 2013 beispielsweise postete er folgendes antisemitisches Gedicht bei Facebook. Im März 2015 kommentierte er das Bild eines Hitlerjungen bei Facebook folgendermaßen: „Eine stolze und aufrechte Jugend! Sehr schönes Bild“.

Schröter als Lehrling bei Schachtbau

Schröter als Lehrling bei Schachtbau

In der weiteren Diskussion schrieb Schröter zum Nationalsozialismus: „Die Menschen lebten in einer richtigen Gemeinschaft sie waren von früh bis spät zusammen haben alles zusammen gelernt ( Instrumente spielen, Sport, marschieren) um ein paar zu nennen sie lebten nur dafür das wohl des Landes und des Volkes stand am 1stelle …“ (Fehler im Original). Schröter war Teilnehmer zahlreicher Neonazi-Veranstaltungen. Dazu gehören sowohl „Gedenkveranstaltungen“ der Neonazi-Szene in Nordhausen, Rudolf-Hess-Gedenkveranstaltungen oder auch Schulungsseminare des „Nationalen Bildungswerkes Ronneburg“. Auch an der Organisation verschiedener Aktionen der „Volksbewegung Nordthüringen“ war der Neonazi beteiligt. Neben diesen regionalen Veranstaltungen fährt Schröter regelmäßig auch zu überregionalen Neonazi-Demonstrationen und Kundgebungen. Er war unter anderem Teilnehmer des „Rock für Deutschland“ 2012 in Gera, des „Eichsfeldtag“ 2014, „In.Bewegung“ 2014 und des neonazistischen „Trauermarsches“ in Wunsiedel 2014. In Wunsiedel war er nicht nur Teilnehmer sondern bedrängte auch Journalisten wie dieses Video ab Minute 3.45 zeigt. Auch am 1. Mai 2015 in Saalfeld lief Schröter mit. Mit zahlreichen anderen Neonazis aus Nordhausen war er Teil des Blocks „Autonomer Nationalisten“, der sich durch sein aggressives Verhalten auszeichnete. Schröter absolvierte wohl beim Schachtbau Nordhausen eine Ausbildung.

Wienrich mit Keltenkreuz

Wienrich mit Keltenkreuz

Wienrich in der Neonazi-Demo am 1. Mai 2015 in Saalfeld

Wienrich in der Neonazi-Demo am 1. Mai 2015 in Saalfeld

Alexander Wienrich ist ebenfalls seit Jahren Bestandteil der Neonazi-Szene in Nordhausen. Er gilt als gewalttätig und zählt zum engen Kreis um Alexander Lindemann. Wienrich war schon Mitglied bei der Neonazi-Hooligan-Gruppe „NDH City“, welche sich durch zahlreiche Gewalttätigkeiten und Straftaten auszeichnete. Der 27-jährige ist mit zahlreichen nationalsozialistischen und neonazistischen Tätowierungen verziert. Seine linke Hand schmückt die „Schwarze Sonne“, ein Symbol der SS. Außerdem ist auf seinem rechten Oberarm ein strafbares Keltenkreuz zu finden. Auch Wienrich nahm an zahlreichen lokalen und überregionalen Neonazi-Veranstaltungen teil. Neben den „üblichen“ neonazistischen „Gedenkveranstaltungen“ in Nordhausen zählten dazu der „Eichsfeldtag“ 2013, der geschichtsrevisionistische „Trauermarsch“ in Magdeburg im Januar 2014. Beim Rechtsrock-Event „In.Bewegung“ im August 2014 zählte er neben anderen Neonazis aus Nordhausen zum Ordnerteam. Neben den Veranstaltungen der „Volksbewegung Nordthüringen“ nahm Wienrich auch an der Neonazi-Demo am 1. Mai in Saalfeld teil.

Grabowski bei Neonazi-Demo 2011 in Nordhausen

Grabowski bei Neonazi-Demo 2011 in Nordhausen

Grabowski am 1. Mai 2015 in Saalfeld

Grabowski am 1. Mai 2015 in Saalfeld

Sowohl zum festen Kern der Neonazi-Szene als auch NPD-Mitglied ist Michael Grabowski. Er ist darüber hinaus ein wichtiger Schnittpunkt für die Rekrutierung des Neonazi-Nachwuchses. Über Grabowski gelangten zahlreiche Nachwuchs-Neonazis in die Szene. Er nahm in den letzten rund 5 Jahren an zahlreichen NPD-Infoständen und Kundgebungen teil. Bereits 2011 gehörte er zu den Teilnehmern einer Demonstration in Nordhausen und war seither auch Teil der Neonazi-„Gedenkveranstaltungen“. Darüber hinaus war Grabowski auch Teilnehmer des „Rock für Deutschland“ 2012 in Gera und verschiedener NPD-Landesparteitage. Im Jahr 2013 wurde Grabowski in Folge interner Konflikte durch den damaligen Kreisvorsitzenden Roy Elbert aus dem NPD-Kreisverband geworfen. Nach der verpatzten Landtagswahl trat er wieder in die Partei unter kommunaler Führung von Ralf Friedrich ein und wurde als Ersatzdeligierter für den Landesparteitag am 10. Januar 2015 gewählt. Im November 2014 reiste er mit anderen rechten Hooligans zur Hogesa-Kundgebung in Hannover. Zu seinem engen Freundeskreis gehören unter anderem die Nachwuchs-Neonazis Maximilian Hiep, Maximilian Kern, Lucas Wieninger und Philipp Dittel. Grabowski war ebenfalls Teilnehmer der Neonazi-Demonstration am 1. Mai in Saalfeld.

Steiner 2013 am 1. Mai 2015 in Saalfeld mit Fahne der Europäischen Aktion

Steiner 2013 am 1. Mai 2015 in Saalfeld mit Fahne der Europäischen Aktion

Steiner 2013 in Sonneberg

Steiner 2013 in Sonneberg

Alexander Steiner gehört spätestens seit 2012 zur Neonazi-Szene in Nordhausen. Bereits 2012 nahm er beispielsweise an der Winterwanderung der damaligen „Aktionsgruppe Nordhausen“ teil. Er ist bei den regionalen Veranstaltungen regelmäßiger Teilnehmer, reist aber deutlich weniger als der Rest der Gruppe. 2013 gehörte er zu einer Gruppe von Nazis aus Nordhausen, die am „Trauermarsch“ in Magdeburg im Januar teilnahmen. Im Juni 2013 nahm er dann außerdem an einer Neonazi-Demonstration in Sonneberg teil. Neben Veranstaltungen der „Volksbewegung Nordthüringen“ war er ebenfalls Teilnehmer der militanten Neonazi-Demo am 1. Mai in Saalfeld und trug dort die Flagge der nationalsozialistischen „Europäischen Aktion“.

Mit dieser Fortsetzung ist noch nicht der gesamte gefestigte Kern der Szene erfasst. Wir werden diese Dokumentation nach der nächsten Veranstaltung der Neonazi-Szene in Nordhausen fortsetzen.

„Volksbewegung“ Nordthüringen und 1prozent-Shit !

Die Volksverhetzung hat eine neue Webseite und auf dieser wird als Unterstützer die Aktion einprozent.de angegeben. Dies beweist wieder einmal die Untrennbarkeit der Volksverhetzung Nordthüringen, der NPD, freien Kameradschaften und nationalen Sozialisten, alles in allem nazistische Gruppen und Organisationen. Wir und Thueringenrechtsaussen hatten bereits mehrfach die Zusammenhänge der Volksverhetzung mit der faschistischen Szene recherchiert und öffentlich gemacht.

Mit dieser offiziellen Unterstützung von 1prozent sollte auch der letzte vernünftig denkende Mensch erkannt haben, um was es sich bei dieser „Volksbewegung“ handelt. Wir haben hier mal einen Bericht vom Blick nach rechts übernommen !

Die „Ein Prozent“-Nationalisten

Seit einigen Wochen wird ein Projekt unter dem Namen „Ein Prozent für unser Land“ vorangetrieben. Dahinter stecken bekannte Namen aus der Neuen Rechten.

Neues rechtsnationales Gebilde (Screenshot)

Als würde der außerparlamentarische Protest gegen die angebliche Islamisierung des Abendlandes und auch der sich inhaltlich als bereits vorhandener oder anstrebender parlamentarische Arm dieser Bewegung, quasi nämlich die AfD, nicht mehr ausreichen, wird im Internet und bei Demonstrationen auf der Straße nun ein neues rechtsnationales Gebilde propagiert. Dahinter stecken bekannte Namen, die darauf bedacht sind, ein gewisses rhetorisches Niveau nicht zu unterschreiten. Plumpe Parolen wie „Ausländer raus“ oder „Nein zum Heim“ wird man vergeblich suchen.

Vielleicht wollen die Akteure auch gar nicht mehr so gerne im Dunstkreis von Pegida & Co. gesehen werden, nach deren zunehmend ramponiertem Ruf in der Öffentlichkeit. Aber gerade auch, weil die sich elitär gebarende „Identitäre Bewegung“ im Gegensatz zu Frankreich und Österreich in Deutschland nur eine marginale Rolle am rechten Rand spielt, sind die „Ein Prozent“-Macher auf der Suche nach einer neuen Dachmarke für ihre intellektuelle Positionierung rechten Gedankenguts. Vornehmlich bedient man sich des Flüchtlingsthemas als Türöffner, möchte aber eigentlich wesentlich elementarere gesellschaftliche Inhalte transportieren. Die national gesinnte burschenschaftliche Szene als Zielgruppe ist dabei jedenfalls viel zu bedeutungslos, zumindest zahlenmäßig. Zu beobachten ist, dass auf Vernetzung gesetzt wird mit Kontakten in die Reichsideologen-Ecke, zu Querfront-Strategen, zu Vordenkern in Sachen Rechtspopulismus und zu Führungsfiguren der Straßenproteste. Der Begriff „ein Prozent“ soll symbolisieren, dass man ein Prozent der Bevölkerung als Widerstandsbewegung mobilisieren möchte.

Rittergut Schnellroda als Kontaktadresse

Auf der Homepage von „Ein Prozent für unser Land“ heißt es im Impressum, dass es sich um einen nicht eingetragenen Verein handele, gleichzeitig taucht aber der Vermerk „vertreten durch den Vorstand“ auf. Als Leiter wird Philip Stein benannt, als Kontaktperson und -adresse Götz Kubitschek und dessen Rittergut Schnellroda in Sachsen Anhalt. Bei Anfragen könne man sich aber auch an eine Adresse im kleinen sächsischen Ort Oybin wenden, hinter der der Garten- und Landschaftsbauer Helge Hilse anzutreffen ist. Ferner schmückt sich das „Ein Prozent“-Projekt mit dem Staatsrechtler und Euro-Gegner, Professor Karl Albrecht Schachtschneider, dem Islamwissenschaftler und AfD-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider (Vorsitzender „Patriotische Plattform“) und der Chef-Feder des Compact-Magazins Jürgen Elsässer. Strippenzieher des Vorhabens ist offenkundig Verleger und Publizist (Antaios Verlag, „Sezession“) Kubitschek, der auch das Institut für Staatspolitik ins Leben gerufen hat, das auf seinem Rittergut residiert.

Philip Stein gehört zum engen Kreis des neurechten Jugendheftes „Blaue Narzisse“ und ist aktiv in der Marburger Burschenschaft Germania. Im April war er Referent auf einem neurechten Kongress in Paris, bei der auch Vertreter des rechtsintellektuellen „Casa Pound“ aus Italien dabei waren. Von Anfang an wird auf der „Ein Prozent“-Internetseite um Spenden geworben. Laut Kubitschek hat man die „Identitäre Bewegung Österreich“ bereits mit 10 000 Euro unterstützt. Nachzulesen sind auch Mobilisierungen und Teilnahmen durch „Ein Prozent“-Aktivisten bei Demonstrationen in Bayern, Niedersachsen, Sachsen und Brandenburg.

Einladung von rechtslastigem Bürgermeister

Aktuell verweisen die „Ein-Prozenter“ darauf, dass sie kurz vor Weihnachten auf einem zweitägigen internationalen Treffen in dem kleinen südungarischen Ort Asotthalom vertreten waren. Eingeladen hatte der dortige Bürgermeister Laszlo Toroczkai, der sich an dem errichteten Grenzzaun und all den anderen Sicherungsmaßnahmen zum nahe gelegenen Serbien erfreut. Der 37-jährige Toroczkai setzt auf strenge Flüchtlingskontrollen, spontane Gerichtsverfahren bei vermeintlichen Einreisevergehen und dann meist folgenden schnellen Ausweisungen. 2013 wurde er zwar als parteiloser Kandidat gewählt. Es war jedoch ein offenes Geheimnis, dass unter anderem die rechtsextreme Jobbik-Partei Toroczkai unterstützte. In der Vergangenheit war er in rechtsradikalen Kreisen Ungarns anzutreffen, pflegte Kontakte zu Ultranationalen in Polen und traf sich beispielsweise auch mit Italiens Forza Nuova-Kopf Roberto Fiore. Im November wurde Toroczkai von dem belgischen Vlaams Belang-Führungskader Filip Dewinter besucht.

Nordhäuser Polizei und Nazis ? – Thüringenrechtsaussen

Hallo liebe Antifaschist_Innen,

wieder einmal hat thueringenrechtsaussen.wordpress.com einen interessanten Artikel veröffentlicht, welchen wir Euch natürlich nicht vorenthalten wollen !

Nach Nazi-Sticker an Polizei-Schlagstock: Weiterer Thüringer Polizist aus Nordhausen mit Verbindungen zur Neonazi-Szene?

Am Freitag soll bei der Thüringer Polizeiführung ein Nazi-Aufkleber am Schlagstock eines Polizisten besprochen werden, der diesen während der Begleitung eines Aufmarsches von Neonazis mitführte. Auch ein weiterer Vorfall könnte nun Thema werden.

Mit Maschinenpistolen und Uniform in Szene gesetzt

Hoffmann1Hoffmann4Wie die Antifaschistischen Gruppen Südthüringen aufdeckten, wurde am 28. November 2015 bei einem Polizeieinsatz ein Schlagstock eines Polizisten entdeckt, auf dem ein Aufkleber des Südthüringer Neonazi-Versandhandels “Druck 18” von Tommy Frenck klebte. Der Polizist war zur Absicherung eines Neonazi-Aufmarsches eingesetzt gewesen. Dass es sich dabei leider nicht um eine Ausnahme handelt, bei der Polizisten positiven Bezug auf die Neonazi-Szene nehmen, zeigt ein weiterer Fall aus Nordthüringen. Der in Nordhausen wohnende Christian Hoffmann ist ein ausgesprochener Waffenfan, der auf seinem Facebook-Profil rund 20 Fotos von Gewehren eingestellt hat. Die meisten haben ein besonders großes Kaliber, in einigen Fällen handelt es sich um Paintball Waffen, in anderen Fällen kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um echte Maschinengewehre handelt. Hoffmann hat mehrere Fotos von sich in Trainings- und Kampfsituationen online gestellt. Am 31. März 2015 hat er Bilder hochgeladen, die ihn in einer Polizeiuniform mit dem Landeswappen Thüringen zeigen, darunter ein Diensthemd, eine Lederjacke sowie eine weitere Jacke mit Reflektoren, die wohl zur Ausrüstung der Thüringer Polizei gehören.

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Verbindung zu ehemaligen FAP-Kader und NPD-Funktionär Hehl

Hoffmann3Hoffmann6In der Chronik konnte man bereits beim Verlinken eines Beitrages beim Portal “netzplanet.de” hellhörig werden. Auf der Seite wurde in der Vergangenheit offen gegen Flüchtlinge, Schwarzafrikaner und Südosteuropäer gehetzt. Ein weiterer Blick in seine “Gefällt mir”-Angaben zeigt nur 14 Einträge auf, 7 davon sind Sportseiten, eines gehört zu einer Versicherungsfirma, fünf weitere beinhalten Seiten für Unterhaltung, Dating und Urlaub und dann ist da noch ein einzelnes Personen-Profil. Es gehört “Christian Hehl” aus Mannheim. Es ist der bekannte NPD-Politiker aus der Rhein-Neckar Region, der bereits 1995 Mitglied der verbotenen FAP, der Nationalistischen Front (NF) und des Neonazi-Netzwerks Blood & Honour war. Hoffmann10Er trat später dem Landesvorstand der NPD Rheinland-Pfalz bei und sitzt seit 2014 für die NPD im Mannheimer Gemeinderat. Der bekannte Rechtsrock-Konzertorganisator verfügt über ein umfangreiches Vorstrafenregister, ein Landrichter bescheinigte ihm 1997 “menschenverachtende Gesinnung und Brutalität”, weil er einen Antifaschisten mit einem Schlagstock auf den Schädel schlug. Volksverhetzung, Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung kamen hinzu, einem Haftbefehl widersetzte er sich zunächst durch Flucht. Erst vor wenigen Wochen war “Hehli” bei einem Thügida-Aufmarsch von David Köckert zu Besuch und trat am 13. Oktober 2015 in Weimar ans Mikrofon. Der Einsatz wurde von einem größeren Polizeiaufgebot abgesichert. Dass ein Thüringer Polizist innerhalb von einem Jahr 14 Dinge mit einem “Like” versieht und dann auch ausgerechnet beim Neonazi Hehl landet, der in seinem Titelbild unübersehbar das Logo der NPD platziert, dürfte kein Zufall sein. Auch weitere Äußerungen verwundern dann kaum, so schreibt er am 29. Juni: “das sind wir, in ehre den verstorbenen großvätern !!! – ahuu ahuu ahuu”, den Kampfruf “Ahu” der auch bei Hooligans beliebt ist, wiederholt er auch an anderen Stellen.

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Mitgliedschaft bei Österreichischer “NPÖ”

Hoffmann11Hoffmann ist auch Mitglied in der Facebook Gruppe “NPÖ – Nationale Partei Österreichs”. Laut der Rechercheseite stopptdierechten.at handelt es sich beim Administrator der Gruppe um Kurt Prankl, der öffentlich zu einer Koranverbrennung aufrief, um auf sich aufmerksam zu machen und auf seinem persönlichen Facebook-Profil am Geburtstag von Adolf Hitler zum “Spanferkelessen mit Moslems” einlud. Am 21. November mobilisierte die NPÖ 300 Personen der extremen Rechten, darunter „Identitäre“ und viele Neonazis zu einer Demonstration nach Wien. Darunter auch Neonazi Wolfgang L., der mit einem Messer auf der Demo fotografiert wurde. Am 8. November 2004 schrieb er bereits „In jedem Türken steckt was gutes, auch wenn es nur das Küchenmesser ist“. Wer sich auf die Suche begibt, einmal nachzusehen, was der vermeintliche Polizeibeamte Christian Hoffmann selbst in dieser Gruppe treibt, findet einen Tag nach dem Aufmarsch in Wien ein zweigeteiltes Foto vom 22. November 2015, das eine andere Person eingestellt hat. Auf der oberen Hälfte sind vermummte Kämpfer mit Schusswaffen in der Wüste zu sehen, dazu der Spruch “Allahu Akbar”. Im unteren Titel ist die weltweit bekannte Filmfigur Derek Vinyard zu sehen. Jener stark in der Szene engagierte Neonazi aus dem Film “American History X”, der erst einen Afroamerikaner erschießt und einen Zweiten brutal durch „Randsteinbeißen“ ermordet. In dem Bild ist Vinyard mit gezogener Waffe, Hakenkreuz auf der Brust und dazu der Text “Na dann…” zu erkennen. Die Botschaft soll nicht nur lauten „Selbstjustiz ist legitim“ sondern Neonazi sein ebenfalls. Christian Hoffmann klickt nicht nur gefällt mir auf diesem Foto. Mehrere Facebook-Nutzer ergehen sich darunter in Gewaltaufrufen.

“wir werden erwachen, die bundesregierung hat uns zu nazis erhoben, nun handeln wir so !!!”Hoffmann9

Hoffmann2Einer schreibt: “attacke Angriff”, ein nächster “Der Bundestag muss am besten gestürmt werden, und dann holen wir uns unser Land zurück”, einer postet Bilder von Adolf Hitler, der den Hitlergruß zeigt, ein Nächster postet ein Bild von Hitler, auf dem “gescherzt” wird: “Klingt nach Voll-Gas”. Ein Anderer schreibt: “Diese haufen Primitivlinge vernichten” und einer “Unsere Großväter und Väter sind schon mit andere fertig geworden. Und wir werden es ihnen Gleichtun”. Auch findet sich noch jemand, der unter der Parole “DEUTSCHE _ WEHRT EUCH!!!” fordert: “in allen größeren Ortschaften Wehrsportgruppen, ähem Bürgerwehren”, ehe man wieder auf Hoffmann stößt. Am 22. November um 20:43 schreibt er unter das Foto: “wir werden erwachen, die bundesregierung hat uns zu nazis erhoben, nun handeln wir so !!!”. 16 Personen klicken gefällt mir. Wer an dieser Stelle mit dem Mauscursor über Christian Hoffmanns Namen fährt, bekommt nicht nur ein verkleinertes Foto von ihm angezeigt, sondern auch seinen Arbeitsort: “Beamter bei Landespolizei Thüringen”. Jemand der NPD-Funktionäre, rassistische Internetseiten und bewaffnete Neonazis toll findet, die dunkelhäutige Menschen den Kopf auf dem Bordstein zertreten und dann auch noch mit Maschinengewehren posierend ankündet, selber wie ein Nazi handeln zu wollen, soll ernsthaft für die Sicherheit und Ordnung in Thüringen zuständig sein?

Wie das Magazin “Stern” diese Woche berichtete, soll nach der Einleitung einer internen Untersuchung wegen des Neonazi-Stickers in Gotha am Freitag ein Gespräch mit “Vertretern von Bereitschaftspolizei und Innenministerium” in Thüringen stattfinden. Es scheint so, als könnte der Gesprächsbedarf nun noch etwas größer werden. Vor dem Hintergrund des Nordhäuser Nazi-Sympathisanten in Uniform, der vorgibt bei der Thüringer Polizei als Beamter tätig zu sein, sollte man vielleicht gleich auch einen Vertreter der Landespolizeidirektion mit hinzubestellen.

Volksbewegung ungleich NPD ? Weit gefehlt …

Diesmal wollen wir garnicht viel dazu sagen, da wir bereits eine eigene Analyse dieser rassistischen Vereinigung, als Deckmantel der freien nationalen Kräfte und der NPD, und eine 2. Analyse von thueringenrechtsaussen.wordpress.com veröffentlicht haben. Lassen wir doch einfach Bilder sprechen !

Aufruf NPD auf Facebook !

Aufruf NPD auf Facebook !

 

Markierter Bereich des NPD-Aufrufes !

Markierter Bereich des NPD-Aufrufes !

 

Markierter Bereich der Volksverhetzung !

Markierter Bereich der Volksverhetzung !

 

Ups ... was ist denn da los ?

Ups … was ist denn da los ?

KEIN PLATZ FÜR NAZIS ! NAZIS AUS DER STADT VERJAGEN ! MACHT AM 07.12.2015 DEN NAZI AUFMARSCH ZUM DESASTER !!! ANTIFA HEISST ANGRIFF !

plakat23112015

Analyse Volksbewegung Nordthüringen ! Thüringenrechtsaussen

So, liebe Aktivist_Innen,

hier folgt für uns der 2.Teil der Analyse der Volksverhetzung Nordthüringen. Diesmal hat https://thueringenrechtsaussen.wordpress.com zu dieser faschistischen Organisation, vielleicht durch uns motiviert, recherchiert und einiges mehr ans Licht gebracht. Im Anschluss an die Recherche von thueringenrechtsaussen.wordpress.com werden wir noch einen kleinen Nachtrag bringen 😉 Nun aber erstmal der Artikel unserer Kollegen !

„Volksbewegung Nordthüringen“: Hunderte machen sich mit Nationalsozialisten und Antisemiten gemein – Teil 1

Überall in Thüringen finden seit Monaten Neonazi-Demonstrationen statt. Als Organisatoren treten dabei von „Bürgerinitiativen“ bis hin zur klassischen Neonazi-Szene zahlreiche Akteure auf. Auch in Nordhausen ist diese Tendenz deutlich zu sehen und hunderte machen sich mit selbsternannten Nationalsozialisten gemein. Ein Blick auf die Szene im Norden Teil 1.

Unter der Bezeichnung „Volksbewegung Nordthüringen“ gibt es derzeit in Nordhausen und Umgebung ein neues Label, welches Neonazis nutzen, um im Kontext der Flüchtlingsdebatte ihre Neonazi-Ideologie zu verbreiten. Gleichzeitig erreichen uns immer mehr Hinweise auf gewalttätige Aktionen im Norden von Thüringen und damit ein steigendes Gewaltpotential der Szene. Grund genug, genau hinzuschauen, wer in Nordhausen die Organisatoren und Neonazi-Aktivisten hinter der „Volksbewegung“ und ihres Umfeldes sind. Da es sich um  umfangreiche Recherchen handelt, werden wir diese in verschiedene Teile splitten und möglichst vor einer neuen Demonstration der „Volksbewegung Nordthüringen“ oder bekannt gewordenen Angriffen veröffentlichen. Heute beginnen wir mit einigen grundsätzlichen Informationen zur „Volksbewegung“ und den ersten beiden Führungsfiguren.

Die „Volksbewegung Nordthüringen“ – Neonazis mit neuem Deckmantel
Am 4. Oktober erschien in der lokalen Online-Postille NNZ in Nordhausen der Gründungsaufruf einer „Volksbewegung Nordthüringen“, welche bereit einen Tag zuvor erfolgt sein soll. Da die Homepage bereits am 27. September angemeldet wurde, ist von einem längeren Vorlauf der angeblichen Bewegung auszugehen. Doch schon zwischen den Zeilen war die Neonazi-Ideologie klar zu erkennen. In der Selbstbezeichnung stellte man sich als „Mitte des Volkes“ dar. Und natürlich wolle man sich nicht in eine „rechte Ecke“ stellen lassen. In einer Mischung aus Verschwörungstheorien („Die Berichterstattung konzentriert sich auf Dinge, die den Otto-Normal-Bürger von den wirklichen, die Zukunft betreffenden Probleme ablenkt, um im geheimen neue Fakten schaffen zu können! Warum wohl?“) und der inhärenten Ablehnung der parlamentarischen Demokratie („Dass, liebe Mitbürger, gilt es nicht mehr hinzunehmen, denn wir haben diese Volksvertreter gewählt, oder auch nicht?!“) wurde weiter dargelegt, warum es nun Zeit sei, gegen das „korrupte System“ zu protestieren. Etwas ungelenk versuchte man also in einer Mischung aus Pegida-Empörungsbewusstsein und Neonazi-Ideologie sich neu zu inszenieren und im Kollektiv des „Volkes“ zu agieren. Der Begriff „Gesellschaft“ findet sich im Text nicht. Und damit auch niemand auf die Idee kommen könnte, dass die alten Neonazi-Strukturen aus Nordhausen hinter der „Bewegung“ stecken, wurde mit Sebastian Stitz aus Nordhausen eine bislang unbekannte Person in das Impressum eingesetzt.  Bei den Aufmärschen der “Volksbewegung Nordthüringen” nahmen am 24.10. in Bleicherode 200, am 26.10. in Nordhausen 300 und am 9.11.2015 in Nordhausen ebenfalls rund 300 Personen teil.

ImpressumVolksbewegungNordthüringen

DenicVolksbewegungNordthüringenUnd selbst für die Anmeldung der Homepage, fand man mit Heide Marie Oestreich-Overbeck aus Bad Frankenhausen eine Person, die bisher nicht in Erscheinung getreten war.  Doch ein Blick hinter die beiden an die Spitze gestellten Personen zeigt schnell, wer hinter der „Volksbewegung“ steckt. So ist für die Gestaltung der Homepage und der Flyer der Neonazi Denis Witzenhause aus Nordhausen verantwortlich. Der aus Greußen stammende Witzenhause gehört seit Jahren zur Neonazi-Szene in und um Nordhausen und war schon für die digitalen Präsenzen der „Autonomen Nationalisten Nordthüringen“ und der „Aktionsgruppe Nordhausen“ verantwortlich. Neben Sebastian Stitz tritt bei den durchgeführten Demonstrationen vor allem Neo-Nationalsozialist Alexander Lindemann als Organisator und Sprecher auf und zeigt somit sehr deutlich, wie wenig Mühe sich die Neonazis hier bei der Verschleierung geben.

Das Personal der lokalen Neonazi-Szene oder: Wem lauft ihr da in Nordhausen eigentlich hinterher?

Über die Jahre haben sich die Strukturen der Neonazi-Szene in Nordhausen kaum geändert. Die Fluktuation des Personals war relativ hoch, da durch Inhaftierungen, Inaktivität oder interner Streitigkeiten einige Neonazis nicht mehr auftauchen. Seit 2011 hat sich damit aber auch ein Kern herausgebildet, aus dem wir im Folgenden zwei Personen vorstellen wollen.

Der militante Nationalsozialist – Alexander Lindemann

LindemannKleinfurraAlexander Lindemann ist seit mindestens 2005 in der Neonazi-Szene aktiv und stammt ursprünglich aus Kleinfurra. Er gehörte mit den zu den ersten Vertretern der so genannten “Autonomen Nationalisten” in Thüringen. Seine damalige Adresse nutze er bereits 2011 für verschiedene Neonazi-Propaganda-Flyer und Veranstaltungen in Nordhausen. Im selben Jahr war Lindemann Anmelder einer Demonstration von Freien Kräften und NPD in Nordhausen unter dem Motto “Keine Panzer für Nahost”. Die Veranstaltung organisiert er gemeinsam mit dem damaligen NPD-Kreisvorsitzenden Roy Elbert, der bei einer Gedenkveranstaltung gegen die Nordhäuser Oberbürgermeisterin gewalttätig wurde.

Lindemann mittig mit Aufdruck: "NDH City"

Seit einigen Jahren lebt Lindemann nun mit seiner Freundin Anika Engelhardt aus Niedersachsenwerfen in Nordhausen am August-Bebel-Platz. Auch seine Lebensgefährtin ist mittlerweile fester Bestandteil der Neonazi-Szene und war nicht nur Teilnehmerin verschiedener Neonazi-Gedenkveranstaltungen, sondern auch Ordnerin beim Einlass des Rechtsrock-Konzertes „In.Bewegung“ in Sondershausen 2014. Lindemann ist außerdem über die Liste der NPD 2014 in den Kreistag von Nordhausen eingezogen, legt allerdings großen Wert darauf, selbst nicht Mitglied der NPD zu sein. Schon vor Jahren war der gewalttätige Lindemann Mitglied der extrem rechten Hooligangruppe „NDH City“. Organisatorisch ist Alexander Lindemann der „Europäischen Aktion“ (EA) zuzurechnen und deren „Stützpunktleiter“ in Nordthüringen.

EANSDer 29-jährige tritt als Vertreter der EA auch überregional als Redner auf. Diese Hinwendung der Nordthüringer Neonazi-Szene zur EA war schon 2013 zu beobachten, als im Juli ein erster Vortrag der damals in Thüringen noch neuen „Europäischen Aktion“ in Nordhausen stattfand.

Lindemannjüdische VerbrechenLindemann selbst steht seit Jahren offen zu seinem Nationalsozialismus, Antisemitismus und der Leugnung des Holocaust. Damit liegt der Neonazi voll auf der Linie der Holocaust-Leugner-Organisation „Europäische Aktion“ und ist Ort wohl bestens aufgehoben. So verbreitete er unter seinem Facebook-Account auch in internen Foren Holocaust-Leugner-Berichte wie beispielsweise im November 2014. Als ein weiterer Teilnehmer der Gruppe Einwände gegen das gepostete Holocaustleugner-Video erhebt, antwortet Lindemann wie folgt:

LindemannHolocaustleugnungAm 9. November 2015, dem 77. Jahrestag der Reichspogromnacht trat Lindemann als Redner beim Aufmarsch der “Volksbewegung Thüringen” in Nordhausen auf und relativierte die vom NS-Regime organisierten Gewaltmaßnahmen gegen Juden vom 7. bis 13. November, während 400 Menschen ermordet und über 1.400 Synagogen, Gebetshäuser, Wohnungen und jüdische Geschäfte zerstört wurden. Lindemann äußert am Mikrofon wörtlich:  “…hat jede Tat und jede Handlung einen Grund, eine Ursache, für das Tun und Handeln der Menschen. Jedoch wird in Deutschland tot geschwiegen, was die Ursache der Pogrome von 38 verursacht hat. Heute wird uns erzählt, dass die Deutschen ihre Handlungen aus lauter Langeweile und Hass getan hätten. Und das einfach ist Lüge, denn nur die Wahrheit macht frei. Darum erheben wir uns heute, um eben nicht im Schuldkult zu versinken und ewig gefangen zu bleiben”. Der Kampfsportler Lindemann gilt seit Jahren als gewalttätig und war an zahlreichen Übergriffen beteiligt. Nur ein Teil davon landete allerdings nach unseren Informationen vor Gericht. Auch derzeit ist Lindemann wegen eines Übergriffs aus dem Jahr 2013 erneut im Fokus der Behörden und wartet auf sein Verfahren.

Antisemit und Rassist – Der Administrator Denis Witzenhause

Jane Witzenhause Patriotic, zweite von links

WitzenhauseBildDenis Witzenhause gehört ebenfalls seit Jahren der Szene in Nordhausen an. Der aus Greußen stammende Witzenhause ist für die Nordthüringer Szene als Gestalter und Ersteller von Homepages tätig und Flyern tätig. Er verantwortete sowohl die Homepage der „Autonomen Nationalisten Nordthüringen“, der „Aktionsgruppe Nordhausen“ als auch der „Volksbewegung Nordthüringen“ wie interne Mails belegen. Außerdem verantwortete er die Gestaltung der Mobilisierungs-Flyer für die „Volksbewegung Nordthüringen“. Aber auch über Thüringen hinaus erstellt der Antisemit Witzenhause zahlreiche Homepages und Facebookseiten. So zeichnet er unter anderem für die Homepage von Frank Rennicke oder den Shop vom NPD-Landesvorsitzenden Tobias Kammler („Hemdster“) verantwortlich. Witzenhause ist in zahlreichen Online-Foren unterwegs und außerdem mit seiner Ehefrau Jane Witzenhause (verheiratet seit dem 29. März 2012) auch im Online-Gaming aktiv. Im Juni 2011 stellte sich Witzenhause im mittlerweile geschlossenen Neonazi-Forum „Nationale Revolution“ selbst folgendermaßen vor: „Bin 29 und arbeite im Sicherheitsdienst. Bin Verheiratet und habe 3Kinder 2, 6 und 8 Jahre alt. Meine Musikrichtung bewegt sich prinzipiell auf die Bereiche „Hatecore & NSBM“. (selbst)Überzeugter NS- Aktivist.“ (Fehler im Original). Im Mai 2013 kam es dann wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz zu einer Razzia bei Witzenhause.

Auch seine Ehefrau Jane Witzenhause ist nicht nur Teilnehmerin verschiedener Neonazi-Veranstaltungen, sondern war zum Beispiel beim neonazistischen „Eichsfeldtag 2014“ in Leinefelde mit ihrem Bruder am Einlass tätig und damit organisatorisch eingebunden. Außerdem posierte sie als Model für die Neonazi-Modemarke „Patriotic“. Diese Marke ist unter dem Aktenzeichen 3020110564957 auf den Neonazi-Rocker Roy Elbert eingetragen, Denis Witzenhause fertigte vor einigen Jahren Werbebilder für die Marke an.

WitzenhauseMammut 2012WitzenhauseSECURITASDenis Witzenhause ist eher selten überregional auf Neonazi-Veranstaltungen unterwegs. Seine Teilnahmen beim Neonazi-Trauermarsch in Magdeburg im Januar 2014 oder bei Hogesa in Hannover im November 2014 sind eher Ausnahmen. Allerdings war er mehrmals als Anti-Antifa-Fotograf aktiv, so im Mai 2013 bei einer NPD-Demonstration am anderen Ende Thüringens, in Sonneberg. Witzenhause stellte Fotos von Menschen, die gegen Neonazis protestierten später gezielt ins Internet. In und um Nordhausen ist der Neonazi häufig anzutreffen, wobei in den letzten Monaten auch Bürgerversammlungen zum Thema Asyl zu seinen Reisezielen gehörten. Dabei ist er auch für die Erstellung von Bildern und Videos bei Veranstaltungen zuständig. Witzenhause gibt als Beruf „Sicherheitsfachkraft“ an.

Denis Witzenhause bei seiner Anti-Antifa-Arbeit auf einer NPD-Demonstration am 18. Mai 2013 in Sonneberg

WitzenhauseRassenWitzenhauseUSRAELTranspiVor einigen Jahren war der Neonazi beim Sicherheitsunternehmen „Mammut Security“ aus Sangerhausen tätig. Mittlerweile gibt der Neonazi selbst an, bei der Securitas GmbH zu arbeiten. Ideologisch ist Denis Witzenhausen dem Neonazismus zuzuordnen. Besonders Rassismus und Antisemitismus haben es dem „Sicherheitsfachmann“ angetan. So postet und teilt der Neonazis ständig offen rassistische Texte und Bilder bei Facebook und schrieb schon im September 2011 im Forum „Nationale Revolution“: „Neger haben hier nichts zu suchen.. Punkt aus Sense..“ Auch aus seinem Antisemitismus macht er keinen Hehl. So war er unter anderem für die Erstellung eines „USrael“-Transparentes der „Autonomen Nationalisten Nordthüringen“ verantwortlich, wie er selbst schreibt.
WitzenhauseAntisemitismusWitzenhausePostHäftlingeDarüber hinaus verbreitet er permanent antisemitische Karikaturen und Zeichnungen bei Facebook, wie ältere und bereits gelöschte FB-Accounts von Witzenhause zeigen.  Als im April zahlreiche ehemalige Häftlinge des ehemaligen KZ Dora und deren Befreier Nordhausen besuchten, verunglimpfte Witzenhause diese außerdem als „Massenmörder und Vergewaltiger“. Dies soll nur ein erster Eindruck sein, wem genau die Menschen in Nordhausen folgen, wenn sie die Demonstrationen der „Volksbewegung Nordthüringen“ besuchen. Wer sich mit selbsternannten Nationalsozialisten, Rassisten und Antisemiten gemein macht, sollte sich nicht wundern, „in die rechte Ecke“ gestellt zu werden. Fortsetzung folgt!

Analyse Volksbewegung Nordthüringen !

Heute, und auch wegen der bevorstehenden Naziaufmärsche am 23.11.2015 und am 07.12.2015 in Nordhausen, wollen wir die ja „überparteiliche“ und nicht ins rassistische Eck gedrängt werden wollende „Bürgerbewegung“ mal etwas genauer unter die Lupe nehmen.

So richtig ist uns noch garnicht klar, wo wir anfangen und wo wir aufhören sollen, da nicht nur Verstrickungen in die rechtsextreme Szene zu erkennen, sondern belegbar, sind. Bei unserer Recherche kamen immer mehr Dinge zum Vorschein, die die achso überparteiliche und nicht rechtsradikale „Bürgerbewegung“ ganz klar als trojanisches Pferd der rechtsradikalen Szene entlarvten !

„BESORGTE BÜRGER“ dieser Stadt, lasst Euch nicht blenden von falschen Versprechungen und einfachen Antworten, durch Vortäuschung falscher Tatsachen und Lügen, welche die deutsche Presse und Politik in den Schatten stellt ! KEIN RAUM FÜR NAZIS UND NATIONALISTEN !!!

Erklärung zur Gründung der „Volksbewegung Nordthüringen“ :

Wir sind, so wie Sie, eine Gruppe von Nordthüringer Bürgern aus der Mitte des Volkes. Selbstständige, Rentner, Künstler, Angestellte etc… Sie denken Jetzt bestimmt, nein, nicht schon wieder… Nicht schon wieder eine Organisation, denn eigentlich gibt es ja schon genug dieser Gruppierungen ala Pegida (nur um ein bekanntes Beispiel zu nennen) und deren Ableger… Doch halt! Wir sind Bürger, so wie Sie, Ihre Nachbarn, Ihre Verwandten, Ihre Lieben etc… Warum der Name „Volksbewegung Nordthüringen“? Weil wir der Meinung sind, dass sich das Volk endlich in Bewegung setzen muss.

Es ist in der heutigen Zeit nicht einfach eine Organisation ins Leben zu rufen, ohne dass man gleich in irgendeine Schublade gesteckt oder Ecke gestellt wird! Wir alle sind das Volk und wir lassen uns nicht in eine rechte Ecke stellen! Es geht um die Zukunft aller in diesem Land, ja um die Zukunft jedes einzelnen von uns! Auf die Frage, warum wir uns zusammengeschlossen haben, finden Sie weiter unten Antworten.

Für die Webseite dieser Rassisisten zeichnet ein gewisser Sebastian Stitz verantwortlich ! Sebastian Stitz ist eindeutig im rechtsextremen Milieu unterwegs, was auch sehr leicht über seinen Facebook-Account recherchiert werden kann. U.a. zu finden Felix Schmidt, Alexander Lindemann (zu welchem wir später noch kommen), Max Hiep (befreundet mit Michael Grabowski), „Boile“ (mit NDH-City Pics), Denis Witzenhause (Aktionsguppe Nordhausen) und weitere. Auf direkte Links wird ausnahmsweise mal verzichtet 😉

maxhiep

michaelgrabowsky

ndhcityboile

volkerpackmannholocaust

Nun aber auch zu Herrn Alexander Lindemann, welcher zwar „parteilos“ ist, aber eben doch für die NPD im Kreistag des Landkreises Nordhausen sitzt. Außerdem unterhält er innige Verbindungen zu den „freien Kameradschaften“, „NDH-City“ und der Aktionsguppe Nordhausen um Denis Witzenhause. Dieser Alexander Lindemann ist der Anmelder der Nazidemonstrationen in Nordhausen unter dem Deckmantel der Volksbewegung Nordhausen. Auch auf der Webseite des Kreisverbandes der NPD ist er gelistet. Bei Demonstrationen der „Volksbewegung Nordthüringen“ sind Parteiplakate der NPD verboten, aber von den Verantwortlichen werden trotzdem Plakate und Schilder der NPD gezeigt, nur eben ohne NPD Logo, da sie ja überparteilich sind 😉 Alexander Lindemann spricht am 3.Aptil 2013, anlässlich der Bombardierung Nordhausens vor 68 Jahren. Die Rede des Vertreters der parteifreien Kräfte unseres Landkreises, Alexander Lindemann.

Alle Zweifler und „braven Bürger“ hingegen, welche vor lauter geheuchelter Scham wegen der verfälschten Geschichte unseres Volkes die Blicke aus der Vergangenheit verdrängen, um sich der einzig wahren Verantwortung zu entziehen, sollen jedoch wissen, dass diese Blicke auch dann unablässig auf Ihnen ruhen werden, wenn ein neues Zeitalter für uns Deutsche angebrochen und auch die kleinste Erinnerung an den alles verschlingenden Welten– und Völkerfeind in einem einzigen Feuersturm zu Staub und Asche verbrannt sein wird!

https://www.youtube.com/watch?v=Bt_AMQIjAwk

lindemann_kreutzer_volkstrauertag_2009

2009 legten mitglieder der “FREIEN KRÄFTE NORDHAUSEN“ zusammen mit NPD’lern einen Kranz „Im Gedenken an die deutschen Soldaten“ zum VOLKSTRAUERTAG auf dem nordhäuser Hauptfriedhof nieder. Direkt neben den Kranz der Stadt. – Wen wundert’s!? Auf einem FOTO ist ALEXANDER LINDEMANN („Freie Kräfte Nordhausen“//“NDH-City“//“Autonome Nationalisten“) und MARCO KREUTZER (Vorsitzender NPD Nordhausen) beim tragen des Kranzes (oben) zu sehen. Der Kranz wurde recht schnell und umweltgerecht entsorgt – versteht sich! 😉

Herr Alexander Lindemann wurde auch mit den Übergriffen gegen den damaligen Bürgermeister der Stadt Nordhausen durch Herrn Roy Elbert (NPD Kreistag) in Zusammenhang gebracht.

plaket=magdeburg

Immer wieder tauchen bekannte Gesichter aus der nordhäuser rechten Szene auch auf Naziaufmärschen in anderen Städten auf und es lassen sich weitere Verbindungen erkennen, wie z.B. in Magdeburg am 18.01.2014.

Fotos Nazidemo in Magdeburg

Viel mehr müssen und wollen wir im Moment dazu garnicht mehr sagen. Wer jetzt noch Zweifel an der rassistischen und faschistischen Herkunft und Initiierung der Volksverhetzung Nordthüringen hat, dem ist nicht mehr zu helfen. Jeder Teilnehmer dieser Naziaufmärsche muss sich eine Zugehörigkeit und Unterstützung der rechtsextremen Szene und eine Holocaust-Verleugnung unterstellen lassen.

DARUM, KEIN RAUM FÜR NAZIS ! ANTIFA HEISST ANGRIFF ! NAZIS VERJAGEN !

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AUTONOMES ANTIFASCHISTISCHES KOMITEE NDH ! AK15 !