Rückblick – 01.05.2018 – Revolutionärer 1.Mai !

Auch wenn die Nazis den Tag versuchen für sich zu reklamieren und linksradikalen Protest kleinreden, so haben sie es auch 2018 nicht geschafft eine breite Masse auf die Straße zu bewegen !
Und wenn die Zahl der linken Demonstranten durchaus rückläufig war, was auch auf die verstärkte Repression im Zusammenhang mit den G20-Protesten zu sehen ist, war die Gesamtzahl der revolutionären Demonstrationen durchaus beachtlich !

Chemnitz 3000 Demonstranten vs. ca. 600 Nazis

Erfurt 1500 Demonstranten vs. ca. 700 Nazis

Berlin 7000 Demonstranten

Hamburg 3000 Demonstranten

Stuttgart, Nürnberg, Münschen, Köln, Hannover usw … viele tausend Demonstranten !

Bei diesen Zahlen sind die Nazis zum Glück noch lange in der Unterzahl. Damit es so bleibt muss jedoch mehr passieren ! Raus aus der Komfortzone … rein in die ländlichen Rückzugsräume der Nazis ! Das ganze Jahr Inhalte auf die Straße bringen ! Reclaim the streets … anybody, anywhere !

Berichte aus Berlin, Hamburg, Köln, Nürnberg, Stuttgart, Frankfurt, Cottbus, Bonn, München, Freiburg, Düsseldorf, Karlsruhe, Münster

Hunderttausende Menschen gingen gestern in Deutschland am internationalen Kampftag der ArbeiterInnen auf die Straße. Tausende setzten mit antikapitalistischen Beteiligungen oder eigenen revolutionären Demonstrationen ein kämpferisches Zeichen. Wir berichten von Aktionen aus ganz Deutschland:

Berlin

Bereits am Vorabend zum 1. Mai versammelten sich etwa 4000 Menschen in Berlin Wedding um unter dem Motto „widerständig und solidarisch im Alltag – organize!“ . Ein Bündnis aus verschiedenen Kiezinitiativen hatte dazu aufgerufen. Die antikapitalistische Demo thematisierte insbesondere die Wohnungspolitik und die Verdrängung, die auch im Berliner Stadtteil Wedding stattfindet. Parolen wie „die Häuser denen, die sie brauchen“ wurden gerufen. Außerdem wurden Rassismus, Jobcenter-Schikane und Überwachung thematisiert. Ein eigener Kids und Familienblock schloss sich der Demonstration an. Trotz einzelner Provokationen türkischer Faschisten konnte die Demonstration erfolgreich durchgeführt werden.

Zur jährlichen DGB-Demo, an der sich mehrere Tausend Menschen beteiligten, wurde auch dieses Jahr zu einem klassenkämpferischen Block aufgerufen. Etwa 200 Menschen beteiligten sich daran. Redebeiträge wurden insbesondere von KollegInnen gehalten, die von ihren Arbeitsbedingungen und aktuellen Kämpfen berichteten, wie beispielsweise eines Arbeiters im Taxigewerbe, den erfolgreichen Kämpfen der ArbeiterInnen des Botanischen Garten oder den streikenden studentischen Beschäftigten an den Universitäten. Als der Demonstrationszug an der „Mall of Berlin“ vorbei zog, wurde ein Redebeitrag zu den Kämpfen der rumänischen Arbeiter, die beim Bau des Einkaufszentrums geführt wurden und von der FAU unter dem Motto „Mall of Shame“ unterstützt wurden, gehalten.

Auch an der traditionellen 18-Uhr-Demonstration beteiligten sich wieder tausende – jedoch weniger als im letzten Jahr. Während der Demonstration wurden an mehreren Stellen Fahnen der kurdischen Organisationen PKK, YPG und YPJ gezeigt. Diese waren in der Vergangenheit immer wieder kriminalisiert worden, welshalb die Demo unter dem Motto „Flagge zeigen“ stattfand. Ebenfalls wurde Pyrotechnik gezündet. Nach einer kurzen Route endete die unangemeldete Demo am Schlesischen Tor, wo die Polizei abgesperrt hatte. Einige Gruppen versuchten an Polizeiketten vorbei zu kommen um den Marsch fortzusetzen, wurden jedoch nach kürzerer Zeit gestoppt – es kam jedoch zu keinen größeren Auseinandersetzungen. Über 5000 Polizisten waren im Einsatz. Die Polizeisenatorin zeigte sich „zufrieden“ mit den Mai-Demos. Dazu die OrganisatorInnen per Twitter: „in diesem Punkt unterscheiden wir uns von der Polizei Berlin. Wir bleiben unzufrieden mit den herrschenden Verhältnissen und sogar mit unseren Demos und Aktionen. Nur so behalten wir unsre Fähigkeit zur Selbstkritik. Im nächsten Jahr muss alles anders und neu werden.“

Des weiteren gab es noch eine „satirische“-Demo durch das Berliner Reichen-Viertel Grunewald. Dort waren statt den angemeldeten 200 rund 3000 Personen gekommen. Am Rande des Zuges wurden Luxus-Autos besprüht oder angekrazt und Farbbeutel geworfen

Hamburg

Am Vormittag beteiligten sich rund 5000 Menschen an der Demonstration des DGB unter dem Motto „Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit“. Am Abend versammelten sich dann gegen 18 Uhr knapp 3.000 am Hauptbahnhof zur „Revolutionären 1. Mai-Demo“. Die Demonstration wurde von einem Transparent mit der Parole „Kapitalismus – immer noch scheiße!“ angeführt und endete im Stadtteil Wandsbek. Während der Demonstration wurden mehrfach Böller gezündet. Die Polizei hatte fast so viele Polizisten wie TeilnehmerInnen im Einsatz. Im Anschluss sprach sie vom „friedlichsten Einsatzverlauf seit Jahren“.

Köln

In Köln demonstrierten bereits am 30 April rund 150 Menschen unter dem Motto „Unsere Zukunft in die eigenen Hände nehmen“ am Vorabend des 1. Mai. Die Demonstration begann am Wiener Platz mit Reden zu hohen Mieten, der Notwendigkeit von ArbeiterInnenkämpfen und den alltäglichen Schwierigkeiten von Frauen. Stets wurde eine antikapitalistische Perspektive in den Reden betont. Anschließend demonstrierten die Demo durch die Stadtteile Mülheim, Buchforst und Kalk. Neben kurzen Redebeiträgen von Seiten der Moderation am Frontlautsprecherwagen rief die laute und kämpferische Demonstration Parolen wie „Hoch mit den Löhnen, runter mit den Mieten“ und „A- Anti- Antikapitalista!“. Bei der Abschlusskundgebung wurde in den Reden nochmal auf das marode Sozialsystem, den Angriffskrieg der Türkei auf Afrin sowie eine Alternative zu den ganzen genannten Problemen aufgezeigt – „eine Gesellschaft die nicht nach Profit sondern nach unser aller Bedürfnisse ausgerichtet ist“.

Am 1. Mai selbst beteiligten sich knapp 3000 Personen an der Demonstration des DGB‘s. Der internationalistische Block gruppierte sich rund um den zweiten Lautsprecherwagen der Demonstration, welcher von einem Transparent „Der Kapitalismus muss weg – Für den Sozialismus“ angeführt wurde. Knapp die Hälfte der gesamten TeilnehmerInnen der Demo machten revolutionäre Organisationen aus der Türkei, Kurdistan und dem Iran aus.

Nürnberg

In Nürnberg rief das Revolutionäre 1. Mai Bündnis aus rund 30 linken Strukturen zu einer revolutionären Demo am ersten Mai auf. Etwa 3000 Menschen beteiligten sich an der Demonstration unter dem Motto „Aufstehen gegen den reaktionären Vormarsch! Solidarisch kämpfen für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung!“. Die TeilnehmerInnen des Zugs, der durch die Nürnberger Südstadt und den Stadtteil Gostenhof führte, beschreibt die organisierte Autonomie, Teil des Organisationsbündnisses, als breites Spektrum, „angeführt von einem kämpferischen antikapitalistischen Block, gefolgt von Feministinnen, sozialistischen Jugendgruppen, GewerkschafterInnen, Geflüchteten und Menschen mit Kinderwägen.“ Im Anschluss fand noch das Internationalistisches Straßenfest an der Müllnerstraße statt.

Stuttgart

Only local images are allowed.Der 1.Mai in Stuttgart begann dieses Jahr mit der Demo des DGB am Marienplatz an der sich etwa 4000 Personen beteiligten. Der antikapitalistische Block umfasste rund 300 Personen zu dem ein Bündnis aus revolutionären Gruppen, der Verdi-Jugend und verschiedenen Jugenauszubildendenvertretungen aufgerufen hatte. Ziel war es auf der DGB-Demo „gegen die immer noch vorherrschenden sozialpartnerschaftliche Linie in den Gewerkschaften, eigene klassenkämpferische Akzente zu setzen“. Lautstark und kämpferisch zog der Block Richtung Innenstadt, während auf dem Weg die Umgebung mit Sprühkreide-Parolen und -Schablonen verschönert wurde. An einem „Alnatura“-Markt, wurde deren betriebsratsfeindliche Politik thematisiert, indem die Schaufensterscheiben mit entsprechenden Hinweisschildern zugeklebt wurden.

Die Revolutionäre 1.Mai Demonstration begann direkt im Anschluss am Schlossplatz. Mit circa 800 TeilnehmerInnen war die Demo in etwa so groß wie letztes Jahr. Angeführt wurde sie von einem Block mit festen Reihen und vielen roten Fahnen. Wie in jedem Jahr beanstandete die Polizei die Verbindung der Seitentransparente, aber nachdem die Schnürungen kurzfristig gelöst wurden, konnte der Demozug sich ohne große Probleme in Bewegung setzen. Auf der Route wurden Bengalos gezündet und die DEHOGA symbolisch mit Pyrotechnik und Farbbeuteln angegriffen. Des Weiteren wurde ein Faschist durch Handzettel in seinem Wohnviertel geoutet.

Frankfurt

In Frankfurt beteiligten sich nach offiziellen Angaben über 6000 menschen an der 1.Mai-Demo des DGB. Ein großer Teil der Demonstration bestand aus internationalistischen und migrantischen revolutionären Organisationen – die Beteiligung war höher als in den letzten Jahren. Während der Demonstration wurden vielfach Wimpel und Embleme der kurdischen YPG und YPJ gezeigt. Die Organisation „Siempre Antifa“ kritisierte in einer Rede die „sozialpartnerschaftliche“ Zusammenarbeit von DGB mit den Unternehmen und verwies darauf die eigenen Interessen in die eignen Hände zu nehmen. Außerdem gab es eine Grußbotschaft von der zapatistischen Bewegung aus chiapas, Mexiko. Nach der Demo konnten sich viele Aktivistinnen noch im Internatinalen Zentrum mit Kaffee, Kuchen, Döner und Kaltgetränken strärken. Am Nachmittag gab es dann noch für 14 uhr einen Aufruf zum „Cornern“ an der ecke gutenbergstr / koblenzer str, um sich am 1. Mai ohne Anmeldung die Strasse zurückzunehmen.

Cottbus

In Cottbus hatte die AfD am 1. Mai zu einer landesweiten Veranstaltung mobilisiert. Um nicht zu zulassen, dass die AfD den 1. Mai ohne Gegenwehr vereinnahmen kann, fand dieses Jahr erstmals ein eigenes Fest im Stadtteil Sandow statt, welches vom Solidaritätsnetzwerk Cottbus organisiert wurde. Dem Aufruf, den 1. Mai nicht nur in der Wohnung als freien Tag zu genießen, sondern ihn wieder als Tag der Arbeiterinnen und Arbeiter aufleben zu lassen, waren etwa 50 Personen gefolgt. Unter den Festbesuchern waren MigrantInnen, Nachbarn und bereits politisierte AktivistInnen aus Cottbus. Neben einem Kinderprogramm, Volleyball, Grill und Getränken bestand das Programm aus drei Teilen. Zu Anfang beschäftigten sich zwei Referenten mit der Vergangenheit von Cottbus, insbesondere mit den ökonomischen Prozessen in Ostdeutschland seit 1989. Danach wurden Erfahrungsberichte vorgetragen: von einem geflüchteten Migranten aus Syrien über den alltäglichen Rassismus, von einem Auszubildenden im Einzelhandel, von einer Altenpflegerin, von einer Rentnerin und von einem Arbeitslosen.

Bonn

Bereits im zweiten Jahr in Folge wurde die 1.Mai-Demo in Bonn nicht vom DGB sondern einem Bündnis verschiedener Linker Organisationen getragen. Auch Kurdische Strukturen beteiligten sich sodass die Demo einen Internationalen Charakter bekam. Neben der internationalen Solidarität spielten auch der Streik in der Pflege und steigende Mieten eine Rolle. Am Zug beteiligten sich rund 200 Personen. Im Anschluss fand dann das internationale Straßefest in der Altstadt statt. Neben Musik und kurdischem Essen gab es dort verschiedene Organisations-Stände und für die jüngsten Kinderschminken.

München

Auch in München beteiligten sich tausende an der DGB-Demonstration. Im Revolutionären Block wurden vor Allem das neue bayerische Polizeiaufgabengesetz und die Solidarität mit dem Kampf der KurdInnen in Afrin thematisiert. Im Anschluss fand noch das Revolutionäre 1.Mai-Fest in der Glockenbachwerkstatt statt

Magdeburg

Rund 130 Menschen beteiligten sich an der Demonstration der Gewerkschaftsjugend in Magbedurg, deren Ausdruck der Klassenkampfblock maßgeblich mitbestimmte. Vor Ende der Demonstration bog dieser getrennt in Richtung Hasselbachplatz ab. Zu einer Anzeige gegen zwei Demonstrierende aus dem klassenkämpferischen Blocks kam es, als eine Fahne der SPD entwendet wurde.

Freiburg

Im Zuge der traditionellen DGB-Demo beteiligten sich mehrere Hundert DemonstrantInnen im antikapitalistischen Block. Ein besonderes Anliegen war es, ein Zeichen zu setzen gegen faschistische und rechte Kräfte, die sich, wie beispielweise die AFD, ebenfalls arbeiterInnenfreundlich zeigen. Nils Bornstedt, Sprecher der Antifaschistischen Linken Freiburg, hierzu: „Dass die Rechten von der AfD nicht einmal den Anspruch haben, alle jene zu vertreten, zeigen sie offen in ihrer völkischen und frauenfeindlichen Hetze. Alle, die nicht in das Bild ihrer patriarchalen, nationalistischen Leitkultur fallen, haben nichts als Benachteiligung, Ausgrenzung und Unterdrückung zu erwarten. “ Auch zeigten sich die Demonstrierenden solidarisch mit den Kämpfen der kurdischen Verteidigungdeinheiten und forderten mit Parolen, dass das Verbot der PKK aufgehoben wird.

Düsseldorf

Zur Vorabenddemo „Für eine Rebellische Stadt!“ in Düsseldorf am 30.4.2018 versammelten sich laut „Infozentrale“ circa 300 Personen und zogen vom Worringer Platz zum Fürstenplatz. Themen waren u.a. Gentrifizierung, Abschiebung, Repression und der Verlust von Kulturorten.

Bochum

Circa 300 Personen zogen am 30.04.2018 als revolutionäre Vorabenddemo zum 1. Mai durch die Bochumer Innenstadt. An mehreren Orten in der Stadt wurden pyrotechnischen Gegenständen gezündet, unter anderem am Schauspielhaus (Infozentrale)

Wuppertal

Mehrere Hundert Personen versammelten sich am 1. Mai auf dem Platz der Republik in Wuppertal. Die traditionell nicht angemeldete Versammlung wurde von der Polizei am Verlassen des Platzes gehindert. 20 Personen kamen in Gewahrsam.

Karlsruhe

In Karlsruhe beteiligten sich Heute Personen an der DGB-Demo und rund 80 Personen am „antikapitalistischen Block“. Während des Demonstrationszuges wurden mehrfach rote und schwarze Rauchfackeln gezündet. Die Demonstration löste sich dann am Nordeingang vom Karlsruher Zoo auf.

Villingen-Schwenningen

An der 1. Mai DGB-Demonstration nahmen etwa 120 Menschen teil.Die Demo startete um 10 Uhr morgens am Gewerkschaftshaus und führte über eine eher kurze Route auf das Maifest des DGB. Die TeilnehmerInnen des antikapitalistischen Bereichs sorgten mit lauten Parolen, roten Fahnen und Schildern und etwas Rauch für eine kämpferische und gute Stimmung. Während der ganzen Demonstration zeigte eine YPG Fahne in dessen Reihen die Solidarität mit den fortschrittlichen und revolutionären Kräften in Rojava.


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