HAL – 28.10.17 – Nazizentrum dichtmachen – kick them out

Leute, wir sind absolut begeistert. Ihr seid einfach der Hammer! Wir haben es erneut, trotz eher ungemütlichen Wetters geschafft, mit roundabout 900 Menschen ein ganz klares Zeichen zu setzen. Vielen Dank an alle, die gekommen sind und die Demo so laut und entschlossen gemacht haben! Besonders freuen wir uns über die zahlreiche Unterstützung durch die Anwohner*innen des Bebelviertels, die sich nicht durch die Hetzkampagne von AfD/einProzent/Kontrakultur und der Berichterstattung der Lokalpresse haben abschrecken lassen.

Vielleicht ist es aufgefallen, obwohl es eigentlich nichts besonderes sein sollte, – die ersten Reihen wurde ausschließlich von Frauen* gestellt, die wunderbar kraftvoll die Demonstration angeführt haben. Dies war der Startschuss zu neuen Projekten, die sich unter anderem gegen den angeblichen Feminismus der IB-Postergirls wenden werden, und eine ganz klare Ansage: Wir lassen uns von euch nicht einschüchtern.

„Kontrakultur Halle“ hat sich diesmal nicht auf die Straße getraut, sondern blieb mit wenigen Personen im stinkendem Haus (Eigenaussage Melanie). Lediglich eine vermummte Person hat aus dem Dachgeschossfenster des Hauses fotografiert.

Die Kampagne ist damit jedoch noch lange nicht zu Ende! Wir atmen jetzt mal kurz durch, sammeln neue Ideen und dann geht es mit voller Kraft weiter. Wir lassen den identitären Faschos keine Ruhe, bis das rechte Zentrum in der Adam-Kuckhoff-Straße 16 verschwunden ist.

Redebeiträge

Redebeitrag von Gesellschaftskritische Odyssee Halle zur Teilnahme der MLPD an Demonstrationen: Redebeitrag Geko Auszug:

„Eben wegen dieser Notwendigkeit einer solchen Kompromisslosigkeit muss einer radikalen autonomen Linken klar sein, dass sie nicht mit allen demonstrieren darf. Wer denkt, mit jedem demonstrieren zu können,der sich gegen Nazis ausspricht, öffnet gedanklich schon den ersten Schritt zur Querfront. Wer immer noch glaubt, dem Spruch „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ etwas abgewinnen zu können, begeht schon den ersten Fehler. Wie die Identitären sich noch anders darstellen als ihr eigentliches Vorhaben es hervorbringen würde, so findet man auch immer wieder auf den hallischen antifaschistischen Demonstrationen Gruppierungen, welche unter dem Allgemeinnenner „Gegen Rechts“ sich in die diffuse Linke mit einreihen und toleriert werden (wollen).

Eine radikal autonome Linke, welche es ernst meint mit dem Kampf gegen die Identitären, also gegen rechts-national-faschistische Tendenzen in diesen Land, muss es auch ernst meinen mit dem Kampf gegen Ideologien wie den Autoritarismus, gegen Vorstellungen von streng hierarchischen Ordnungen, gegen Volksideologien, gegen die bedingungslose Unterordnung, gegen Negierung des Individuums, dem Kampf gegen den antisemitischen Antizionismus und gegen Herrschafts- und Führungsansprüchen von selbsternannten Avantgarden irgendwelcher Revolutionen und muss es ernst meinen gegen selbstherrliche Gesten, welche propagieren, dass für bestimmte Veränderungen halt Menschen sterben müssen.
Das heißt für uns, dass wir nicht mit jedem demonstrieren können. Das heißt für uns in diesem konkreten Fall , dass wir nicht mit der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschland, der MLPD, einer alten K-Gruppe,demonstrieren wollen.“

Redebeitrag von Resistance Rostock:

Auszug:

„Nicht nur hier in Halle sind die Bestrebungen der Identitären feste Stützpunkte und Räumlichkeiten für sich zu beanspruchen Realität. Konfrontiert mit Recherchen, ließ der identitäre Bundesvize Ende des Jahres 2016 verlauten, dass die Bundeszentrale der Identitären nach Rostock ziehen soll. So bezogen Identitäre vor ca. einem Jahr eine ganze Etage in einem Bürogebäude zwischen Hauptbahnhof und der Burschenschaft Redaria-Allemania. Während hier in Halle ein ganzes Haus in der Nähe des Campus als Projekt der Identitären zur Verfügung steht, handelt es sich in Rostock lediglich um eine einzelne Büroetage. Der Traum vom Hausprojekt und Schulungszentrum in Rostock scheint vorerst gescheitert, waren doch die Kameraden hier in Halle aktiver – Rostock muss sich nun mit der Abwicklung des bundesweiten Onlineversands beschäftigen.“

Was im Vorfeld passierte :

In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 2017 wurde das Hausprojekt der faschistischen „Identitären Bewegung“ in Halle (Saale) angegriffen. In der Presse konnte man von Pflastersteinen, Farbfeuerlöschern und einer übelriechenden Flüssigkeit lesen, die zum Einsatz gekommen sein sollen. Neben dem rechten Hausprojekt in der Adam-Kuckhoff-Straße 16 sollen auch drei Fahrzeuge von Anwohnenden des Viertels beschädigt worden sein. Wenn dies tatsächlich der Fall sein sollte, ist dies zu bedauern und wir verstehen die möglicherweise daraus entstandene Frustration.

Wir bedauern jedoch nicht, dass den Faschisten eine klare Grenze aufgezeigt wurde.
Wer über Monate hinweg Menschen -teilweise bewaffnet- angreift und einschüchtert, wer ein Bedrohungsszenario u.a. durch Wachschutz und permanente Videoüberwachung schafft und wer die Meinung vertritt und wissenschaftlich zu begründen versucht, dass Menschen grundsätzlich nur dort wohnen sollen, wo ihre Vorfahren lebten, kann sich nicht als unschuldiges Opfer inszenieren. Nicht zuletzt der Angriff durch Mitglieder von „Kontrakultur“ in der Harzmensa auf Studierende macht deutlich, dass Gewalt zu ihrem Alltag gehört und das ergibt sich logischerweise aus ihrer menschenverachtenden Ideologie.

Alexander Schierholz schrieb in einem Kommentar in der Mitteldeutschen Zeitung, man brauche sich nach dem Angriff nicht wundern, wenn die Anwohnenden mehr Angst vor der Gewalt, als vor den rechten Nachbarn haben. Dies ist jedoch eine verkürzte Herangehensweise. Wir sind der Überzeugung, dass ein Trennstrich zwischen den Menschen, welche für eine angstfreie Gesellschaft einstehen und streiten und den Faschisten, deren Ideologie per se menschenverachtend und gewaltvoll ist, gezogen werden muss. Daher ist es für uns auch mehr als unverständlich, dass die Mitteldeutsche Zeitung Aussagen eines verurteilten Schlägers und glühenden Menschenfeindes wie Mario Müller und dessen Gesinnungsgenossen unkommentiert abdruckt. Keinen Platz neben den zig Zeilen Zitaten von „Kontrakultur“ finden dagegen die gewalttätigen Angriffe gegen Menschen, welche Mitglieder von „Kontrakultur“ in den letzten Monaten verübten.

Inzwischen haben sich sowohl „Kontrakultur“, als auch „EinProzent“ zu dem Angriff geäußert und hier zeigt sich ein Rundumschlag gegen alle Protestformen, die es bisher gegen das Haus gab, was deutlich zeigt, was für Menschenfeinde sie sind.

Wir sagen ganz klar: In so einer Gesellschaft wollen wir nicht leben. Dieses Haus darf nicht zur Normalität werden. Der andere Nachhauseweg, aus Angst vor Übergriffen durch Kontrakultur, darf nicht zur Normalität werden. Dass sie über den Campus flanieren und Menschen bedrohen und angreifen, darf nicht zur Normalität werden. Wir werden sie nicht in Ruhe lassen, solange sie ihre menschenverachtenden Umtriebe fortsetzen.

Die Kampagne „Kick them out“ hat das erklärte Ziel, dass das rechte Hausprojekt in der Adam-Kuckhoff-Straße 16 in Halle verschwindet. Dazu organisieren wir unterschiedliche Informationsveranstaltungen, Demonstrationen und verschiedene Diskussionsangebote. Damit werden wir auch in Zukunft nicht aufhören. Ganz im Gegenteil, wir machen weiter!

Bei aller Wichtigkeit der von uns genannten Aktionsformen sind es jedoch leider nicht nur Worte, mit denen der Gewalt der Faschisten begegnet werden muss. Mit dem Angriff auf das Haus der Identitären haben wir, entgegen der Behauptung der Rechten, nichts zu tun.
Dies ist eine Verleumdung, die sowohl uns als auch unsere Referenten betrifft und gegen die wir momentan rechtliche Schritte prüfen.
Wir zeigen uns jedoch, und das möchten wir noch einmal ausdrücklich betonen, solidarisch mit allen Menschen, die auf verschiedenen Wegen das Treiben der Faschisten verhindern wollen.

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