Bornhagen – 20.12.17 – Es gibt kein ruhiges Hinterland – Antifa heißt „Landarbeit“!

Kunstfreiheit im Höcke-Dorf

Das „Zentrum für politische Schönheit“ hat mit einer Nachbildung des Berliner Holocaust-Mahnmals in Bornhagen, in unmittelbarer Wohnumgebung des AfD-Spitzenpolitikers Bernd Höcke und einer vermeintlichen 24-Stunden-Überwachung seines Hauses, durch den selbst ins Leben gerufenen „zivilgesellschaftlichen Verfassungsschutz Thüringen“, für eine politische Diskussion weit über Thüringer hinaus gesorgt. (Bundesweite Medienberichterstattung)

Mehr als zweifelhafte Verlautbarungen von Landes- und Bundespolitiker*innen unterstellen den Künstler*innen menschenunwürdige Absichten und Handlungsweisen. Kaum jemand registriert die Umstände, die erst zu dieser Aktion führten (Rede Höckes in Dresden zum „Denkmal der Schande“). Kaum jemand registriert, dass die Kunst unter anderem die Aufgabe hat, gesellschaftliche Diskussionen zu begleiten oder gar zu initiieren. Thüringens Landtagspräsident Christian Carius ließ sich sogar dazu hinreißen, die Kunstform mit den Zersetzungsmethoden der DDR-Staatsicherheit zu vergleichen und die Freiheit der Kunst in Deutschland negieren oder einschränken zu wollen.

Wahrnehmbare Solidaritätsbekundungen durch zivilgesellschaftliche Bündnisse, antifaschistische Initiativen und/oder der politischen Mandatsträger*innen sind bisher – außer in den sozialen Medien – kaum zu erkennen.
Die Initiator*innen finden die Aktion des Zentrums für politische Schönheit durchaus gelungen, da sie eben u.a. eine kontroverse Diskussion zur Kunstfreiheit auslöste, die vorher kaum jemand führte und möchten daher unsere Solidarität mit den Künstler*innen zum Ausdruck bringen.

Es geht zum einen darum, den Mitwirkenden des ZPS zu zeigen, dass sie nicht alleinstehen, in ihrem Kampf den rechtsaußen Politiker Bernd Höcke als Nationalisten, Rassisten und Antisemiten zu enttarnen und ihm eine ehrliche Entschuldigung für die von ihm geäußerten Hetzreden abzuringen. Es geht zum anderen darum, den „besorgten Dorfbewohner*innen“, die sich mit dem Neu-Rechten Höcke solidarisieren und Besucher*innen, Gäste und Mitarbeiter*innen der Gruppe „Zentrum für politische Schönheit“ bedrängen und anpöbeln, nicht das Feld zu überlassen. Spätestens mit der Beschädigung einer Stele und den aufgeschlitzten Reifen von PKWs der Mitglieder der Künstler*innengruppe, wurde eine rote Haltelinie überschritten.

Es ist Zeit die Kunst zu schützen, den Künstler*innen ein Signal der Unterstützung zu senden und die Bürger*innen in Bornhagen nicht mit ihren Nazi-Nachbarn allein zu lassen.

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